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16.12.2020

Ernährung für Sportler: auch eine Frage des Timings

Dennis Hediger

Dennis Hediger war beim FC Thun bekannt für seine Fitness und Ausdauer. Bereits in seiner Aktivzeit setzte er sich intensiv mit Ernährung auseinander – eine Leidenschaft, die er mit seinem Unternehmen «Team Hediger» zum Beruf gemacht hat. Für «5 am Tag» hält er einige wertvolle Tipps bereit.

Dennis, was ist deine Lieblingsfrucht?

Die Banane – sie ist praktisch mitzunehmen und bietet rasch verfügbare Energie für einen aktiven Alltag.

Wie kam es zu deinem Interesse an gesunder Ernährung?

Der Grundgedanke für mich war, dass ich mein maximales Leistungsvermögen abrufen wollte. Dazu gehört nicht nur wirksames Training, sondern auch eine ausgewogene Ernährung. Sobald ich mich schlecht ernähre, ist mein «Tank» zu wenig voll und dies limitiert mich in meinem Job als Fussballer. Mein Ansporn war es stets, das maximale Leistungspotential abzurufen.

Welche Erkenntnisse hast du in deiner Aktivzeit beim FC Thun gewonnen – was half dir besonders gut?

Die Qualität der Lebensmittel sowie das Timing der Nährwerte ist entscheidend. Für einen Leistungssportler ist wichtig, das Richtige zur richtigen Zeit zu sich zu nehmen. Lebensmittel sollten so natürlich wie möglich und so frisch wie möglich sein – ohne Zusatz- oder Konservierungsstoffe. Man sollte versuchen, Produkte in ihrer möglichst reinsten Form zu erhalten, wenn man sie nicht selbst anpflanzt. Deshalb kaufe ich saisonal ein, gerne auch Bioprodukte vom Markt.

Wie wird im Team Hediger zu Hause gekocht?

Klingt vielleicht langweilig, aber bei uns stehen fast immer Reis, Gemüse und Eier auf dem Tisch. Wir lieben Wok-Pfannengerichte, mit frischem Gemüse an einer leichten Sauce.

Wenn man das Training besser in den Alltag integrieren möchte, über Mittag aber Laufrunde und Mittagessen kollidieren – was würdest du raten?

 Das Timing der Ernährung sollte man dem Sportprogramm anpassen. Wenn ich über Mittag trainieren möchte, kann ich mein Frühstück etwas später zu mir nehmen, dafür reichhaltig: Müsli mit Haferflocken, frische Früchte. Dann habe ich drei Stunden später diese Energie fürs Jogging zur Verfügung und kann nach der Runde noch etwas Proteinhaltiges zu mir nehmen.

Hast du während deiner Zeit beim FC Thun deine Mitspieler für eine gesunde Ernährung begeistern können?

Ich habe mich immer davor gehütet, zu missionieren. Ich war ja Spieler und kein Ernährungsberater. Es war eher so, dass mein Beispiel im Team Interesse geweckt hat. Man konnte sehen, dass ich fit bin, in jedem Match und jedem Training Energie habe und kaum je verletzt war. So kam es vor, dass Teamkollegen auf mich zukamen und mir Fragen stellten. So konnte ich ab und zu helfen.


Zur Person

Dennis Hediger (*1986) war bis 2019/2020 Mittelfeldspieler und Captain beim FC Thun und war für seine Fitness, Ausdauer und Laufstärke bekannt. Mit dem Unternehmen «Team Hediger», bei welchem seine Frau Yinny mittlerweile die Geschäftsführung übernommen, werden Kunden jeden Alters, die gesünder, fitter und leistungsfähiger sein möchten individuell und ganzheitlich beraten.


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25.08.2020

Kohlrabi – eine vielseitige Knolle

Kohlrabi ist für viele vielleicht nicht der offensichtlichste Liebling – das Kohlgemüse wird allerdings unterschätzt. Erwähnt wird Kohlrabi zum ersten Mal im 16. Jahrhundert, vermutlich in Nordeuropa, und auch heute noch ist es fast ausschliesslich im deutschsprachigen Raum bekannt.

Kohlrabi kommt in unterschiedlichen Farben von weiss über grün bis violett und blau vor. Roh ist er herrlich knackig und saftig und hat ein kräftiges, leicht süssliches Aroma. Gedünstet werden seine süssen Aromen noch verstärkt. Kohlrabi hat bei uns von Mai bis November Saison. Übrigens: Nicht nur die Knolle sondern auch die Blätter sind essbar. Sie machen sich gut in Salaten, Saucen oder Suppen.

Kohlrabiblatt

Dank seiner festen Konsistenz lassen sich mit Kohlrabi schmackhafte Alternativen zu Fleischrezepten zubereiten – zum Beispiel Kohlrabi-Cordon-Bleu. Inspirationen dazu findest du hier auf Instagram. Kohlrabi kann gut im heimischen Garten oder Hochbeet angepflanzt werden. Die sympathische Knolle eignet sich roh zum Mitnehmen als Zwischenmahlzeit für Kinder und lässt sich hervorragend zu Blumen oder Tieren schnitzen. Was will man mehr?

Tipp: Im Kühlschrank (Gemüsefach) kann Kohlrabi ca. 1 Woche gelagert werden, davor sollten die Blätter entfernt und zubereitet werden.


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11.06.2020

Aktualisierte App «MySwissFoodPyramid»

Das Bundesamt für Lebebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat die App «MySwissFoodPyramid» aktualisiert, die Nutzerinnen und Nutzer mit den beiden Guides Anna und Lukas durch das Thema ausgewogenes, abwechslungsreiches und genussvolles Essen und Trinken leitet. Ausprobieren lohnt sich:

Mehr Infos & Download auf Google Play

Mehr Infos & Download im App Store von Apple


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6.04.2020

Von Beeren, Hochstämmern und Innovationskraft

Auch der Konsum von Früchten und Gemüsen unterliegt Trends. «Heidelbeeren verzeichnen aktuell den grössten Zuwachs», sagt Thomas Lehner, Obstbauer aus Braunau, TG. Warum das so ist, und wieso er für den Aprikosen- und Apfelanbau auf Spindelbäume setzt und nicht auf Hochstämmer, erzählt er im Interview.

 

Thomas Lehner, Braunau TG

 

Thomas Lehner, was ist das Besondere an Ihrer Produktion hier in Braunau, TG?

Wir konzentrieren uns auf Steinobst und Beeren. Neben den Kirschen, die bei uns den grössten Teil ausmachen, bauen wir Aprikosen, Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Rhabarbern und Zwetschgen an; im Betrieb meines Bruders zudem Äpfel. Wir befinden uns auf 700 Meter über Meer und konzentrieren uns auf die späte Produktion mit späten Sorten, z.B. mit den Kirschen. Mein Bruder hat eine frühe Lage, so können wir gemeinsam die ganze Saison abdecken.

Was ist im Anbau für Sie die grösste Herausforderung?

Der Frühjahrsfrost. In diesem Jahr beschäftigt uns zusätzlich die Frage, ob wir rechtzeitig das benötigte Personal erhalten.

Wie stark sind Sie von der Witterung abhängig?

Die Witterung ist immer ein Thema, aber da wir keine Hochstämmer sondern niedere Spindelbäume und Sträucher haben, können wir uns mit Netzen und Plastiküberdachungen gut schützen.

Hochstämmer, für die die Ostschweiz bekannt ist, sind kein Thema mehr?

Für das Landschaftsbild sind sie schön, aber aus Produktionssicht haben sie Nachteile: Die Ernte ist viel gefährlicher, weil man hohe Leitern braucht, man ist dadurch auch viel langsamer und ältere Mitarbeitende können weniger gut mitarbeiten. In unserem Betrieb ernten wir alles von Hand, aber durch die niederen Sorten auf einer angenehmen Höhe.

Merkt man Trends im Konsumverhalten?
Wir spüren eine starke Zunahme bei den Himbeeren und den Heidelbeeren. Besonders Heidelbeeren sind im Trend, seit in den Hochglanzmagazinen auf jedem Müsli Heidelbeeren abgebildet sind. Mit den Beeren verzeichnen wir die grösste Zunahme. Bei den Kirschen stellen wir fest, dass die Konsumenten grössere Kirschen bevorzugen. Wir haben mit den Kirschen im Jahr 2000 eine eigene Marke gegründet – Cherisa – mit der wir den Premiummarkt ansprechen und zum Beispiel Globus Delicatessa beliefern. Das war zu Beginn unser Zugpferd.

Heidelbeeren

Ist Innovation für Sie als Obstbauer wichtig?
Sehr wichtig – wir versuchen immer wieder neue Wege zu gehen und uns standig zu verbessern. Sei es bei der Verbesserung unserer Anbausysteme, in der Hors-sol-Technik, mit der wir zum Beispiel bei den Erdbeeren einen nahezu geschlossenen Kreislauf haben, mit unserem Wasserreservoir, das wir dazu einsetzen, Regenwasser und die Drainage aufzufangen und dann für die Bewässerung einzusetzen, oder in der Photovoltaikanlage, die uns erlaubt, den Strom für die Kühlung der Früchte im Sommer eigenständig zu produzieren. Das macht die Landwirtschaft so faszinierend: Viele Fachbereiche treffen hier zusammen und der Gestaltungsspielraum ist gross.


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6.04.2020

Pinova: Junge Apfelsorte

Möchtest du mal etwas anderes versuchen als Gala? Die Sämlinge der jungen Apfelsorte Pinova wurden Mitte der 70er Jahre in Ostdeutschland gewonnen und der Apfel kam 1986 erstmals auf den Markt. Er stammt vom Schweizer Liebling, dem Golden Delicious ab.

Die Erntezeit dieses Apfels ist von September bis Oktober. Anschliessend kann er bis ca. Mitte Juni gelagert werden. Äpfel spielen deshalb gerade in den Winter- und Frühlingsmonaten eine wichtige Rolle, wenn man saisonal einkaufen möchte.

Das Spezielle an dieser Apfelsorte ist seine herzförmige Form. Durch sein saftiges, süss-säuerliches Aroma hat der Pinova einen exzellenten Geschmack und macht «Gluscht» auf mehr.

In Fachkreisen wird der Pinova als eine der produktivsten Sorten mit einem exzellenten Aussehen und Geschmack sowie einer sehr guten Haltbarkeit beschrieben. Eine Übersicht der Schweizer Apfelsorten findet sich hier:

https://www.swissfruit.ch/de/apfelsorten

Es ist gar nicht so leicht, die ca. 1152 Apfelsorten in der Schweiz zu unterscheiden. Die Forschungsanstalt Wädenswil hat ein «Aromarad» entwickelt, mit dem man ihren Geschmack besser beschreiben kann. Mehr dazu findest du hier.

Übrigens: Äpfel sind nicht nur roh köstlich sondern auch gekocht – zum Beispiel als Apfelrisotto, Apfel-Lauchsuppe oder natürlich auf einem Apfelkuchen.


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