21.11.2018

Verschwendung von 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel

Food Waste ist ein wichtiges Thema. So auch in der diesjährigen internationalen Konferenz von «5 a Day». Vertreterinnen und Vertreter aus 24 Ländern tauschten sich über ihre Erfahrungen und Massnahmen zum Thema aus. Eine Herausforderung, der sich jedes Land annehmen muss.

Im Oktober trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus 24 Ländern in Tuxtla Gutiérrez (Mexiko), um die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Allianzmitgliedern zu stärken und weltweit den Gemüse- und Früchtekonsum zu fördern. Ziel war es aber auch, sich über Themen wie Food Waste auszutauschen. Die Schweiz wurde vertreten durch Andrea Gysi, Projektleiterin «5 am Tag». Ein wichtiges Ziel der Allianz AIAM5 (Alianza Internacional de Asociaciones y Movimientos «5 al dia») ist die internationale Vernetzung sowie die Gewinnung von Einfluss bei wichtigen Gesundheitsorganisationen wie der WHO.

Food Waste
Fast 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel gehen jedes Jahr weltweit verloren oder werden verschwendet. Eine riesige Menge, die laut FAO (Food and Agriculture Organization of United Nations) 2 Milliarden Menschen ernähren könnte. Dramatisch, wenn man bedenkt, dass weltweit 842 Millionen Menschen unter chronischem Hunger leiden. Würde dieses Verlustniveau halbiert, könnte der erwartete Anstieg der Nahrungsmittelproduktion um 60 Prozent verringert werden. Denn diese Menge an Lebensmittel wäre erforderlich, um die bis 2050 erwarteten 9 Milliarden Menschen zu ernähren.
Der Verlust und die Verschwendung von Nahrungsmitteln haben grosse Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und die Wirtschaft. Denn nicht nur die Umwelt wird geschädigt, sondern es werden auch wertvolle Wasser- und Bodenressourcen verbraucht und die Treibhausgasemissionen steigen an. Eine Koordination zwischen Regierungen, dem Privatsektor und zivilgesellschaftlichen Organisationen könnte eine Verbesserung der weltweiten Ernährungssicherheit darstellen. Denn so könnten sich die einzelnen Akteure über bewährte Verfahren austauschen sowie konkrete und nachhaltige Produktionssysteme fördern.

In der Schweiz gehen rund ein Drittel aller national produzierten Lebensmittel verloren oder werden verschwendet. Das entspricht pro Jahr rund 2,3 Millionen Tonnen Nahrungsmittel, im Schnitt also 300 kg pro Person und Jahr!

In der Landwirtschaft entstehen 20 Prozent aller Lebensmittelverluste. Dies geschieht zum Beispiel, weil die Ernte aus technischen Gründen nie voll eingefahren werden kann oder nicht normgerechte Produkte aussortiert werden. Dies können fingrige Karotten, missförmige Kartoffeln oder zu grosse Äpfel und Gurken sein.

Im Handel und bei der Verarbeitung entstehen 30 Prozent der Lebensmittelverluste. So kann beispielsweise die industrielle Verarbeitung nicht alle Nebenprodukte verwerten.

Verarbeitungsverluste entstehen beispielsweise durch nicht normgerechtes Getreide, Molke als Nebenprodukt der Käseherstellung oder Teigreste. Im Handel können Verluste durch Transportschäden entstehen. Insbesondere Frischprodukte wie Gemüse und Früchte sind sehr anfällig.

Mehr als die Hälfte der Lebensmittelabfälle entsteht in den Haushalten. In den privaten Haushalten beginnt das Problem beim Kaufentscheid. Oft wird mehr eingekauft als benötigt wird. Auch die Lagerung der gekauften Produkte spielt eine wichtige Rolle, denn diese beeinflusst die Haltbarkeit. Bananen beispielsweise können den Reifeprozess anderer Früchte beschleunigen und sie schneller verderben lassen.
Zudem wird oft mehr gekocht als benötigt und es entstehen unnötige Kochüberschüsse.

Wir alle können also etwas dazu beitragen, damit die Verluste in der Schweiz, aber auch weltweit, reduziert werden können. Es ist nie zu spät, um damit anzufangen.

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