Vitamin B1 – Thiamin

Vitamin B1 gehört zu den acht wasserlöslichen B-Vitaminen. Thiamin wurde als erstes der B-Vitamine entdeckt, weshalb es den Namen B1 erhielt. Es ist als Coenzym an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Coenzyme sind wichtige «Helfer», die Enzyme aktivieren. Mit Hilfe des Vitamin B1 kann aus Nahrung über den Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel Energie gewonnen werden. Insbesondere dann, wenn die Stoffwechselfunktionen durch hohen Alkoholkonsum, hohe Kohlenhydratzufuhr, Stress oder unausgewogene Ernährung beeinträchtigt sind.
Vitamin B1 befindet sich im Getreide überwiegend in der Schale. Vollkornprodukte haben deshalb einen deutlich höheren Vitamin-B1-Gehalt als Weissmehlprodukte. Bei Menschen, die überwiegend Weissmehlprodukte und Zucker konsumieren, tritt ein Mangel häufiger auf.

Funktion im Körper

  • Energiegewinnung aus der Nahrung
  • Weiterleiten von Nervenimpulsen
  • Herstellung von Nucleinsäuren (z. B. DNA)
  • Wichtig für die Nerven- und Muskelfunktion

Mangelerscheinungen

  • Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Verdauungsprobleme, Verstopfung, Appetitverlust, Erkrankungen des Nerven- und Herzkreislaufsystems

Überdosierung

Bislang wurden beim Menschen keine Nebenwirkungen einer Überdosierung festgestellt. Selbst wenn die Zufuhr 200-fach höher ist als die Empfehlungen für die tägliche Zufuhr.

Wechselwirkungen

+ Magnesium unterstützt die Umwandlung des Vitamins in eine aktive Form. Die Vitamine E und C verhindern die Umwandlung in eine inaktive Form.
– Sogenannte Thiaminasen in rohem Fisch und Schellfisch sowie Tannine in Tee und Kaffee können die Verfügbarkeit in der Nahrung verringern.

Quellen

Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Innereien, Muskelfleisch. Der Gehalt an Vitamin B1 in tierischen Produkten hängt von der Qualität der Fütterung ab.

Zufuhrempfehlungen

(männlich/weiblich)
Jugendliche 1.4 mg / 1.1 mg
Erwachsene 1.2 mg / 1.0 mg
Personen ab 65 Jahren 1.1 mg / 1.0 mg

«5 am Tag» hilft bei der Vitaminversorgung

275 g Erbsen decken den Tagesbedarf von 1.1 mg. Von Mais, Rosenkohl oder Spargel sind 785 g notwendig, um den Tagesbedarf zu decken.